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Börsenausblick 10/2026: Werden hohe US-Zinsen zur Belastung?

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Kurz zusammengefasst:


  • Zinsen belasten KI-Aktien bisher nicht

  • Inflation in den USA hartnäckig

  • Künstliche Intelligenz weiter im Höhenflug

7. Oktober 2026

Was die letzten Wochen im Fokus stand

Die Märkte bewegten sich im September im Spannungsfeld zwischen der anhaltenden Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI) und den Sorgen über den Nahostkonflikt. Technologiewerte stützten Teile der Aktienmärkte, während zahlreiche andere wichtige Aktienindizes – darunter auch der Schweizer Markt – nachgaben.

Bedenken über eine zu starke Konzentration der Investitionen im KI-Bereich hatten im Juli noch deutliche Kursverluste ausgelöst. Diese Sorgen haben inzwischen nachgelassen, und Technologieaktien konnten sich weitgehend erholen. Mehrere Halbleiterhersteller meldeten Rekordergebnisse und verliehen dem Technologiesektor zusätzlichen Auftrieb. Gleichzeitig nahmen insbesondere die Zuflüsse ausländischer Investoren in den US-Technologiesektor im vergangenen Monat deutlich zu. Höhere Energiepreise und die Unsicherheit über die weitere Geldpolitik hielten die Renditen wichtiger Staatsanleihen unter Aufwärtsdruck und belasteten entsprechend deren Kurse. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen überschritt dabei sogar die psychologisch wichtige Marke von 5 %. Dass dies keine grösseren Verwerfungen an den Aktienmärkten auslöste, unterstreicht das weiterhin hohe Vertrauen der Anleger in die insgesamt starken Wirtschafts- und Unternehmensdaten. Insbesondere die US-Konjunktur zeigt sich robust, und auch der so wichtige private Konsum bleibt auf hohem Niveau. Die US-Notenbank Fed erhöhte derweil den Leitzins und unterstrich damit ihre Entschlossenheit, die Inflation weiter zu bekämpfen. Die Schweizerische Nationalbank SNB liess die Zinsen trotz leicht höherer Inflation unverändert.

Der September hat damit einmal mehr gezeigt, wie entscheidend die USA für die globale Marktstimmung bleiben – mit ihren starken Konjunkturdaten, den hohen KI-Investitionen, ihren geldpolitischen Entscheidungen und nicht zuletzt der Bedeutung des US-Dollars.

Unsere Anlagelösungen und Positionierung

Unsere Multi-Asset Lösungen verzeichneten im vergangenen Monat einen leichten Rückgang. Stützend wirkten insbesondere globale Technologiewerte sowie dividendenstarke Unternehmen. Belastet wurde das Gesamtergebnis hingegen durch den schwächeren Schweizer Aktienmarkt sowie Gold. Um das Portfolio gezielt auf das dynamische Marktumfeld auszurichten, haben wir unsere Positionierung im US-Technologiesektor leicht ausgebaut. Im Gegenzug reduzierten wir Finanzwerte, um das Wachstumspotenzial im Portfolio weiter zu schärfen.

In unserem Cross-Asset Fund Navigator haben wir im September die aktive Neugewichtung des Portfolios konsequent fortgesetzt und den Monat mit einem leichten Minus abgeschlossen. Dabei realisierten wir Gewinne bei ausgewählten Technologiewerten, die sich zuvor besonders stark entwickelt hatten. Gleichzeitig allozierten wir Kapital gezielt in Bereiche, in denen die jüngsten Kursrückgänge attraktive Chancen bei weiterhin überzeugenden Fundamentaldaten eröffneten. Dieses disziplinierte Vorgehen ist ein zentraler Bestandteil unserer Investmentphilosophie: Risiken aktiv zu steuern und das Portfolio laufend und flexibel anzupassen, um attraktive Chancen über unterschiedliche Marktphasen hinweg gezielt zu nutzen.

Die Aktienstrategie Global Equity Trends konnte im September erneut zulegen. Besonders Titel aus dem Technologiesektor sowie Substanzwerte lieferten kräftige positive Impulse. Demgegenüber verzeichneten Unternehmen aus dem Roh- und Grundstoffbereich sowie der Finanzsektor temporäre Rückschläge. Im Rahmen der monatlichen Anpassungen haben wir uns vollständig von unseren Positionen in den Bereichen Industrie und Nebenwerte getrennt. Die dadurch frei gewordene Liquidität wurde gezielt in globale Wachstumstitel sowie Unternehmen aus dem Kommunikationssektor reinvestiert, um von den aktuellen Marktdynamiken optimal zu profitieren.

Unsere Aktienstrategie Swiss Equity Selection bewegte sich im vergangenen Monat in einem anspruchsvollen Umfeld für Schweizer Grossunternehmen. Insbesondere UBS und Novartis belasteten das Gesamtergebnis. Positive Akzente setzten hingegen die Titel der Luzerner Kantonalbank sowie der Sandoz Group. Um die defensive Qualität und Ertragsstärke des Portfolios weiter zu erhöhen, haben wir unsere Positionen in Zurich Insurance und Sandoz aufgestockt. Im Gegenzug reduzierten wir die Gewichtung des Luxusgüterkonzerns Richemont, da die kurzfristige Visibilität im asiatischen Markt weiterhin eingeschränkt bleibt.

Unsere Aktienstrategie Global Equity Selection verzeichnete im September eine überzeugende Wertentwicklung. Unterstützt wurde diese insbesondere durch starke Entwicklungen bei Technologie- und Halbleiterwerten wie ASML, Meta und Apple. Negativ entwickelten sich hingegen Luxuswerte wie Hermès sowie Rohstofftitel, was aufgrund der breiten Diversifikation des Portfolios jedoch gut aufgefangen werden konnte. Um das Portfolio im Wachstums- und Technologiesektor weiter zu stärken, haben wir neue Positionen in SanDisk, Meta, Micron sowie Comfort Systems aufgebaut. Verkauft wurden im Gegenzug die Aktien von Hermès, ResMed und Fastenal. Damit richten wir die Positionierung konsequent auf Unternehmen mit stärkerer fundamentaler Dynamik aus.

Wie weiter? Und was gilt es zu beachten?

Im Fokus der Märkte bleiben weiterhin die Zinsen. Besonders spannend wird dabei die Frage sein, ob die US-Notenbank Fed Ende Oktober die Zinsen erneut erhöht oder nicht. Die Erwartungen der Marktteilnehmer verändern sich diesbezüglich derzeit rasch. Sicher ist, dass die US-Regierung mit Blick auf die Zwischenwahlen Anfang November alles daransetzen wird, einen weiteren Anstieg der Inflation – und insbesondere der Benzinpreise – zu verhindern. Dies könnte der Fed zusätzlichen Spielraum geben, die Zinsen vorerst nicht weiter anzuheben.

Mit Spannung erwartet werden zudem die Quartalsberichte der sogenannten KI-Titel – also jener Unternehmen, die im Zentrum dieser strukturellen Entwicklung stehen.

« Wir erwarten, dass KI ein struktureller Markttreiber bleibt und zunehmend mehr Unternehmen davon profitieren. »

Vor diesem Hintergrund bleiben wir für die Aktienmärkte grundsätzlich positiv gestimmt. Gleichzeitig gilt es, die Entwicklung der Zinsen genau im Auge zu behalten. Sollten diese weiter steigen, könnten sie zunehmend zu einem Belastungsfaktor für die Aktienmärkte werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wann wird dieses Niveau kritisch?

Solange die Unternehmensgewinne schneller wachsen, als steigende Zinsen auf die Bewertungen drücken, können Aktien weiter zulegen. Dies war zuletzt insbesondere bei Technologie- und Energiewerten der Fall. Kritischer wird es dann, wenn eine länger anhaltende geldpolitische Straffung auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum und sinkende Gewinnerwartungen trifft. Eine solche Kombination ging historisch häufig mit Kursrückgängen einher. Besonders verletzlich sind in einem solchen Umfeld hoch verschuldete Unternehmen. Umso wichtiger bleibt es, konsequent auf Qualität zu setzen – ein Grundsatz, der für uns bei der Titelauswahl seit jeher zentral ist.

Point Capital Group
7. Oktober 2026

Unsere Experten: Jules Kappeler (CEO) & Christian Sutter (Portfolio Manager)