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Börsenausblick Insights | zurück

Börsenausblick

4. November 2022

«Lichtblick: Solide Unternehmensergebnisse»

 

Was die Märkte bewegt

Der Oktober stand ganz im Zeichen der Berichterstattung der Unternehmen zum Geschäftsverlauf im dritten Quartal. Die Mehrheit der Firmen hat dabei sowohl die Erwartungen an die Umsatz- als auch die Gewinnentwicklung übertroffen. Preiserhöhungen konnten in vielen Fällen an die Kunden weitergegeben werden. Besonders gespannt war man auf die Ergebnisse von «Big Tech»: Die amerikanischen Tech-Giganten konnten zwar mehrheitlich gute Zahlen präsentieren, aber das Tempo der letzten Jahre nicht aufrechterhalten. Erfreulich hingegen waren die vielen Meldungen zu Verbesserungen im Zusammenhang mit den Störungen der Lieferketten. Es wird in den nächsten Quartalen mit einer diesbezüglichen Normalisierung gerechnet.

Und dann sind da noch die Zentralbanken… Ihre Politik im Zusammenhang mit der Inflation ist weiterhin ein prägendes Thema an den Märkten. Während beispielsweise die Zentralbanken in Australien und Kanada aus Rücksicht auf die Wirtschaft bereits weniger hohe Zinserhöhungen als erwartet vorgenommen haben, sieht es in den USA noch anders aus. Jerome Powell, der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank FED, ist sichtlich bemüht, keine Zweifel aufkommen zu lassen, dass er die Inflationsraten durch weitere Zinserhöhungen senken will. In der Notenbank-Politik dreht sich alles um die Glaubwürdigkeit, entsprechend darf die entschlossene Kommunikation von Powell nicht erstaunen.

Wie haben die Märkte reagiert?

Nach zwei negativen Monaten geprägt von hoher Volatilität entwickelten sich die Aktienmärkte im Oktober wieder positiv. Der US-Dollar zeigte sich weiterhin robust, während Gold leicht nachgegeben hat. Die Zinsen in den grossen Wirtschaftsräumen zogen weiter an. Die Energiepreise sind derweil deutlich zurückgekommen. Interessant ist auch immer ein Blick auf die internationalen See-Frachtraten: Diese sind bereits seit einiger Zeit rückläufig, was ein Indikator für eine sich abkühlende Weltwirtschaft ist.

Wie weiter?

In den USA stehen die sogenannten «Mid Term Elections» vor der Tür. Am 8. November wird gewählt. In Jahren von Mid Term Elections verhalten sich die Aktienmärkte im Durchschnitt volatiler und steigen im Anschluss an die Wahlen an. Aber was im statistischen Durchschnitt gilt und als Anhaltspunkt dienen kann, muss im Einzelfall natürlich keine Bedeutung haben… Die aktuellen Inflationsraten werden weitere Zinserhöhungen der Zentralbanken mit sich bringen. So hat sich beispielsweise die Teuerung in den USA im September zwar leicht abgeschwächt, aber die sogenannte «Kernrate», bei der Kosten für Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt werden, hat sich weiter erhöht. Das Tempo der Zinserhöhungen dürfte aber viel weniger ausgeprägt ausfallen. Dies ist positiv für Aktien und Anleihen und entsprechende Kursavancen dürfen erwartet werden.

Die Schlüsselfrage für die Finanzmärkte ist: Wann wird der Zyklus der Zinserhöhungen den «Peak» erreichen?

Ausserdem gilt im aktuellen Umfeld geprägt von vielen Unsicherheitsfaktoren: Den Blick nicht nur auf die kurzfristigen Herausforderungen, sondern auch auf die langfristigen Chancen richten. Die Basis der erfolgreichsten Investments wird nach Kursrückschlägen geformt und somit häufig in einem von Volatilität geprägten Umfeld. Entsprechend bieten die Aktienmärkte dem langfristig orientierten Anleger weiterhin sehr gute Chancen.

Wie wir uns positionieren

Im aktuellen Umfeld ist eine vorsichtige Anlagepolitik weiterhin angebracht. Eine defensive Positionierung, aber mit der nötigen Flexibilität einer Anpassung, sobald sich die Zinssituation ändert. Da ist ein aktives Portfoliomanagement unabdingbar. Ausserdem bildet Gold als Realwert einen Eckpfeiler in unseren Multi-Asset Strategien. Aktienseitig bleibt der taktische Teil weiter mehrheitlich defensiv ausgerichtet: Die Sektoren Konsumgüter und Gesundheitswesen sind stark vertreten. Solche Titel haben auch in einem angespannten Marktumfeld gute Chancen. Die Sektoren Energie und Finanzen können weiterhin profitieren und sind ebenfalls in unserem taktischen Teil vertreten. Was die Währungen betrifft, so setzen wir weiterhin auf den US-Dollar und den Schweizerfranken.

Point Capital Group
4. November 2022