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Börsenausblick

3. Mai 2022

«Raue See»

 

Markteinschätzung

Aktuell dominieren die Themenkreise Inflation, Krieg und Angst vor einer zu starken geldpolitischen Straffung der US Notenbank FED. Aber auch gestörte Lieferketten im Zusammenhang mit Corona in China beschäftigen die Märkte zunehmend. So deuten einige Indikatoren in China inzwischen sogar auf eine Kontraktion der Wirtschaft hin.
Im Zuge der inflationären Tendenzen verringert sich das verfügbare Einkommen von Konsumenten und entsprechend hat sich die Konsumentenstimmung allgemein verschlechtert. Dabei ist der private Konsum ein äusserst wichtiger Eckpfeiler der Wirtschaft.

Und dann sind da noch die Unternehmen mit ihren ersten Quartalsergebnissen in diesem Jahr: Während die Anzahl der positiven Überraschungen bisher in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre entsprachen, haben sich doch sehr viele Unternehmen vorsichtig zum weiteren Geschäftsverlauf geäussert. So mussten im Nachgang zu den Ergebnispublikationen der Unternehmen viele Aktien Federn lassen: Ein prominentes Beispiel ist Netflix, ein «Gewinner» des Lockdowns. Der Kurs stürzte nach Bekanntgabe der Ergebnisse um mehr als 30 % ab.

Der April war insgesamt ein schwieriger Monat für Aktien. Während der Weltaktienmarkt gegen 10 % korrigierte, mussten einige Aktienindizes gar die schlechteste Monatsperformance seit der Finanzkrise 2008 verbuchen.
Die Zinsen in den USA kannten derweil nur eine Richtung: Weiter aufwärts, mit entsprechenden Verlusten bei den Staatsanleihen. Auch Gold musste im April federn lassen mit einem Minus von rund 3 %. Aber seit Beginn des Jahres betrachtet, hat sich Gold insgesamt sehr stabil entwickelt. An der Währungsfront zeigt sich insbesondere der USD weiter stark und legte im April eine regelrechte Rally gegenüber den meisten anderen grossen Währungen hin.

Im Zuge all dieser Entwicklungen ist der sogenannte Angstbarometer VIX – ein vielbeachteter Indikator im Zusammenhang mit Volatilitäten an den Märkten – stark gestiegen.

Wie weiter?

Am Mittwoch 4. Mai wird der Entscheid der US-Notenbank FED zur nun bereits zweiten Leitzinserhöhung erwartet. Die Mehrheit der Marktbeobachter geht von einer Leitzinserhöhung um 0.5 % aus, nach 0.25 % im März. Mindestens so wichtig wie der Entscheid der Zinserhöhung dürfte sein, welche konkreten Massnahmen zur Reduktion der FED-Bilanz verkündet werden. Das FED – wie viele andere Notenbanken – haben die Märkte in der Vergangenheit mit einer regelrechten Geldschwemme geflutet. Nun wollen sie dies wieder rückgängig machen.
Was die Inflation betrifft, so deutet einiges darauf hin, dass der Peak erreicht sein könnte. Die Preise gewisser Rohstoffe haben bereits nachgegeben.
Allerdings gibt es zwei grosse Fragezeichen: Die Corona Situation in China einerseits und der Krieg in der Ukraine andererseits.

Was an der aktuellen Markt-Situation attraktiv ist: Vieles in Sachen negative Szenarien dürfte inzwischen in den Aktienpreisen berücksichtigt sein und die Bewertungen einiger Unternehmen liegen nun auf attraktiveren Niveaus. Die Big-Techs wie Microsoft werden auch in den kommenden Jahren ihren Fussabdruck ohne Zweifel weiter ausbauen: Es ist nicht anzunehmen, dass ein Trend wie die Digitalisierung plötzlich endet. Die meisten Big-Techs sind zudem Cashmaschinen, selbst in rauen Zeiten, und liefern konstantes Wachstum. Dies eröffnet für langfristige Investoren attraktive Möglichkeiten. Aktien sind zudem Sachwerte und haben im Gegensatz zu sogenannten Geldwerten auch bei erhöhter Inflation gute Chancen auf eine positive Entwicklung.

Wie wir uns positionieren

Eine vorsichtige Positionierung ist angesichts der geschilderten Analyse weiter angezeigt. Dies bedeutet in unseren Aktienstrategien, dass wir auf hohe Qualität der Unternehmen und Diversifikation setzen. Der taktische Teil unserer Aktienstrategien bleibt weiter defensiv ausgerichtet mit Engagements in Sektoren wie Konsumgüter und Versorger. Diese Ausrichtung hat sich bereits in den vergangenen Monaten bewährt. Solche Titel sind auch in volatileren Zeiten gefragt. Ein aktives Portfoliomanagement ist wichtig.
Gold als Diversifikationselement und Schutz vor einer weiteren Eskalation des Krieges in der Ukraine wird auch in den kommenden Wochen in unseren Multi-Asset Strategien einen Eckpfeiler bilden.

Wir sind überzeugt, damit insgesamt gut aufgestellt zu sein.

Point Capital Group