Kurz zusammengefasst:
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Demokraten gewinnen Repräsentantenhaus und Senat
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Weniger Spielraum für weitreichende Gesetzesänderungen, aber höheres Konfliktpotenzial
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Unser Fokus: Unternehmensgewinne, Zinsen und Qualität bleiben entscheidend
4. November 2026
Die US-Zwischenwahlen verändern die politischen Kräfteverhältnisse in Washington: Die Demokraten haben überraschend deutlich die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses gewonnen. Für Anleger stellt sich die Frage: Bringt die neue Machtverteilung mehr Berechenbarkeit oder zusätzliche Unsicherheit?
Was die letzten Wochen im Fokus stand
Im Oktober lieferte die Berichtssaison wichtige Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Unternehmen. Bei den grossen Technologiekonzernen zeigte sich ein gemischtes Bild: Während Microsoft mit seinen Zahlen überzeugte, blieb Alphabet (Google) hinter den Erwartungen zurück. Auch die US-Konjunktur sendete unterschiedliche Signale. Die Wirtschaft wuchs weiter, gleichzeitig blieb die Inflation erhöht. Die US-Notenbank Fed beliess ihren Leitzins Ende Oktober unverändert. Damit bleibt das Spannungsfeld bestehen: Eine robuste Konjunktur stützt die Unternehmen, während der anhaltende Preisdruck die Aussichten auf Zinssenkungen trübt.
Die US-Zwischenwahlen brachten unterdessen eine deutliche politische Wende. Die Demokraten gewannen sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit. Damit endet die republikanische Kontrolle über den Kongress, sobald die neuen Mehrheiten im Januar ihre Arbeit aufnehmen. Besonders überraschend war die Deutlichkeit des Wahlsiegs. Für Präsident Donald Trump wird es damit schwieriger, seine politischen Vorhaben durchzusetzen. Gleichzeitig können die Demokraten die Regierung stärker kontrollieren und Einfluss auf Ernennungen nehmen. Ein grundlegender Kurswechsel ist dennoch nicht zu erwarten: Trump bleibt Präsident und kann Gesetze mit seinem Veto blockieren.
Aus Anlegersicht ist diese Konstellation weder eindeutig positiv noch negativ. Einerseits sinkt das Risiko abrupter Gesetzesänderungen, was Unternehmen mehr Planungssicherheit geben könnte. Andererseits drohen politische Blockaden, insbesondere bei Staatsausgaben und der Finanzierung der Regierung. Entscheidend wird sein, ob die Parteien tragfähige Kompromisse finden.
Unsere Anlagelösungen und Positionierung
Unsere Multi-Asset Lösungen zeigten sich im Oktober robust, insbesondere dank der starken Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes. Technologieaktien und Gold verzeichneten hingegen kleinere Rückschläge. Angesichts der ausgewogenen Marktlage verzichteten wir auf Positionsveränderungen und taktische Rebalancings. Die Portfolios bleiben damit breit aufgestellt und flexibel positioniert.
Im Cross-Asset Fund Navigator hatten wir bereits im September Gewinne aus der Technologierally realisiert und stattdessen Basiskonsumgüter aufgestockt. Diese Umschichtung erwies sich als vorteilhaft. Hohe Ölpreise und zunehmende Zweifel an der Rentabilität von KI-Investitionen begünstigten defensive Sektoren wie Basiskonsumgüter und Gesundheitswesen, in denen der Fonds übergewichtet ist. Auch unsere Anleihenpositionen trugen im Oktober zur Stabilität und Diversifikation bei.
Für unsere Aktienstrategie Global Equity Trends war der Oktober anspruchsvoller. Gewinnmitnahmen belasteten den Technologiesektor, während defensive Werte für Stabilität sorgten. Wir reduzierten Wachstums- und Grundstoffwerte und investierten gezielt in Small Caps, Basiskonsumgüter sowie schwankungsärmere Titel. Damit stärken wir die Widerstandsfähigkeit des Portfolios in volatileren Marktphasen.
Unsere Aktienstrategie Swiss Equity Selection entwickelte sich im Oktober erfreulich stark. Besonders die Schwergewichte Roche und Novartis sorgten für positive Impulse. Im Rahmen taktischer Anpassungen reduzierten wir ABB und UBS und bauten die Position in Lonza aus. Zudem nahmen wir Kardex neu ins Portfolio auf.
Die Aktienstrategie Global Equity Selection wurde im Oktober durch Gewinnmitnahmen bei Technologie- und Wachstumswerten belastet, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin deutlich im Plus. Zur Stärkung der defensiven Qualität ersetzten wir E.ON durch die Versorger Naturgy und Iberdrola. Zudem veräusserten wir Comfort Systems und nahmen mit Fastenal und Expeditors International zwei neue Qualitätsunternehmen ins Portfolio auf.
Wie weiter? Und was gilt es zu beachten?
Nach den US-Wahlen rücken nun die konkreten politischen Folgen in den Vordergrund. Welche Vorhaben lassen sich noch umsetzen? Wo sind Kompromisse möglich? Und welche Unternehmen könnten von veränderten Prioritäten profitieren oder darunter leiden?
Dabei sollten die Erwartungen realistisch bleiben. Neue Mehrheiten bedeuten nicht automatisch neue Gesetze. Gesetzgebungsverfahren und das mögliche Veto des Präsidenten bleiben wichtige Hürden. Wir halten es deshalb für wenig sinnvoll, einzelne Branchen allein aufgrund ihrer politischen Nähe als Gewinner oder Verlierer einzustufen.
« Die Wahlen schaffen Klarheit über die politischen Kräfteverhältnisse. Für die Finanzmärkte bleiben jedoch Wachstum, Inflation und Zinsen die entscheidenden Einflussfaktoren. »
Unser Augenmerk gilt weiterhin der Gewinnentwicklung, der Verschuldung, den Finanzierungskosten und den Bewertungen der Unternehmen. Unternehmen mit steigenden Umsätzen, stabilen Margen und soliden Bilanzen bieten auch in einem politisch anspruchsvollen Umfeld attraktive Perspektiven. Aus dem Wahlergebnis allein lassen sich weder tiefere Zinsen noch sinkende Energiepreise ableiten. Entscheidend bleiben die tatsächliche Inflationsentwicklung, die Konjunkturdaten und das geopolitische Umfeld.
Für Anleger heisst das: Chancen nutzen, ohne auf ein einzelnes politisches Szenario zu setzen. Wir bleiben unserem Ansatz treu und fokussieren uns auf Qualität, nachvollziehbare Bewertungen, breite Diversifikation und konsequentes Risikomanagement.
Point Capital Group
4. November 2026
Unsere Experten: Jules Kappeler (CEO) & Christian Sutter (Portfolio Manager)