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Börsenausblick 03/2026: Die Märkte im Banne des Nahostkonflikts

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Kurz zusammengefasst:


  • Positives Umfeld für Anlagen im Februar

  • Aktien Europa, Asien und Schwellenländer besonders positiv

  • Geänderter Fokus in den letzten Tagen: Iran

4. März 2026

Was die letzten Wochen im Fokus stand

Der Februar war insgesamt ein freundlicher Monat für Anleger. Global blieb das Wachstumsbild robuster als noch von vielen 2025 befürchtet, mit Aufwärtsrevisionen für das Wirtschaftswachstum in den USA und insgesamt konstruktivem globalem Wachstumsausblick. Das Umfeld war somit geprägt von soliden Konjunkturdaten, sinkenden Inflationsrisiken und weiterhin unterstützender Fiskalpolitik sowie relativ lockeren Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen.

Auch die präsentierten Unternehmensergebnisse für das vierte Quartal 2025 zeigten insgesamt ein erfreuliches Bild.

In den USA allerdings mehrten sich die Fragezeichen rund um die Nachhaltigkeit der immensen Investitionen in KI Künstliche Intelligenz einerseits und es tauchten immer mehr Fragezeichen hinsichtlich der Disruption einzelner Branchen durch KI auf. Entsprechend nervös reagierten einzelne Aktiensegmente. Die erratische Handelspolitik der USA verstärkte diese Marktbewegungen zusätzlich.

Europäische und Schweizer Aktien sowie die Asiatischen Märkte und insbesondere Schwellenländer gehörten zu den Gewinnern. Anleger erhöhten hier im Aktienbereich die Engagements zulasten der USA.

« Solide Konjunkturdaten trafen zuletzt auf steigende geopolitische Risiken »

In den letzten Tagen schliesslich änderte sich der Fokus an den Märkten einseitig auf den Konflikt im Nahen Osten. Ausser den Titeln von Oelgesellschaften kamen praktisch alle Aktiensegmente stark unter Druck. Gold zeigte sich insgesamt relativ stabil und der Oelpreis stieg kräftig. Währungsseitig war der US-Dollar gesucht.

Unsere Anlagelösungen und Positionierung

Unsere Multi-Asset Lösungen konnten im Februar erneut über alle Profile hinweg zulegen. Dies verdanken wir vor allem unserer signifikanten Positionierung in Schweizer Aktien aber auch den Aktienanlagen ausserhalb der Vereinigten Staaten allgemein. Gold zählte für einmal nicht zu den Überfliegern, gehört unserer Meinung nach aber weiterhin in jede diversifizierte Anlagestrategie. In den letzten Tagen zeigten Staatsanleihen sowie unkorrelierte Anlagen ihre Vorteile und konnten die globalen Turbulenzen leicht abfedern.

Die positive Entwicklung unseres Cross-Asset Fund Navigator im Februar resultierte vor allem aus Übergewichtungen in Industrie-, Roh- und Grundstoff-Werten sowie Untergewichtungen in zyklischen Konsum- und Finanztiteln. Auch Allokationen in Schwellenländern und Japan trugen positiv zur Entwicklung bei. In der jüngsten Volatilitätsphase nach dem US Zollentscheid des Supreme Court und den Angriffen im Nahen Osten wirkten US-Anleihen stabilisierend.

In unserer Aktienstrategie Global Equity Trends konnten fast alle unserer Engagements zur positiven Entwicklung im Februar beitragen. Während die Werte aus den Bereichen Grundstoffe sowie Energie zu den Gewinnern gehörten, bildeten die Sektoren Kommunikation und Finanzen das untere Ende der Rangliste. Dies führe dazu, dass wir uns zum Monatswechsel von eben genannten Sektoren getrennt haben und dafür neu Engagements in Versorger, Basiskonsumgüter sowie in Firmen aus dem Gesundheitswesen eingegangen sind. Somit wurde die Ausrichtung für die kommenden Wochen klar defensiver.

Unsere Schweizer Aktienstrategie Swiss Equity Selection konnte in den letzten Wochen erneut zulegen. Dabei gehörten grosskapitalisierte Unternehmen wie Nestlé oder Novartis zu den Spitzenreitern. Mehr Mühe bekundeten die Titel von UBS wie auch Holcim. Beide bleiben aber langfristig attraktiv und Rückschläge werden von den Anlegern gerne für Zukäufe genutzt. Trotz der jüngsten Korrektur schätzen wir den Schweizer Aktienmarkt im Allgemeinen weiterhin sehr chancenreich ein.

Dank den letzten Anpassungen in unserer Aktienstrategie Global Equity Selection waren wir vom Rückgang in den Softwareunternehmen nicht stark betroffen. Auch die Reduktion des US-Anteils zugunsten anderer Märkte war bis jetzt erfolgreich. So waren die Spitzenreiter im Portfolio alle aus dem Europäischen Raum. Dank der breiteren Diversifikation über Sektoren wie auch Länder hinweg sehen wir uns auch in volatileren Zeiten gut aufgestellt.

Wie weiter? Und was gilt es zu beachten?

Nach den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran hat sich der Fokus der Märkte vollständig auf die Geopolitik verlagert. Auch wenn sich zeitweise panikartige Bewegungen an den Märkten zeigten, so korrigierten sich diese bisher jeweils zu grossen Teilen immer wieder. Was die weiteren Auswirkungen auf die Märkte angeht, so kommt es natürlich auf das Ausmass und die Dauer des Konfliktes an, wobei grundsätzlich zwei Haupt-Szenarien möglich sind:

Ein kurzer Konflikt und die Neutralisierung der nuklearen und ballistischen Raketenkapazitäten des Irans. Dies kann wahrscheinlich rein durch Luftangriffe erreicht werden. Angesichts des Drucks seitens Trumps Wählerbasis (anti-Krieg, nicht einstimmig pro-Israel) sowie der Risiken für hohe Ölpreise und den anstehenden Zwischenwahlen im November scheint ein «Deal» kurzfristig möglich. Zudem ist das iranische Regime stark geschwächt. Dies wäre für die Märkte günstig bzw. neutral. Dies ist für uns aktuell das zentrale Szenario.

« Nach vergleichbaren geopolitischen Krisen in der Vergangenheit erholten sich die Märkte jeweils meist relativ kurzfristig »

Fokus auf einen Regimewechsel, der zu einem längeren Konflikt führt, das ist das zweite Szenario: länger, umfassender, gefährlicher. Dies würde die Risikobereitschaft für längere Zeit beeinträchtigen und sichere Häfen und damit typischerweise Anlagen wie Gold stützen.

Kurzfristige taktische Manöver in der Vermögensanlage sind in einer solchen Situation nicht möglich. Wir empfehlen klar, investiert zu bleiben und an einer insgesamt diversifizierten Vermögensallokation festzuhalten.

Aktuell gehen wir weiterhin davon aus, dass die Chancen für ein positives Anlagejahr 2026 intakt sind. An unserer grundsätzlichen Einschätzung hat sich nichts geändert: Positives Wirtschaftswachstum – nicht zuletzt auch dank einem soliden Konsum – gute Unternehmensergebnisse und zunehmende Liquidität an den Märkten. Entsprechend fühlen wir uns gut aufgestellt und haben bisher keine Veränderungen an unserer Positionierung bzw. der Strategie unserer Anlagelösungen vorgenommen.

Nach vergleichbaren geopolitischen Krisen in der Vergangenheit erholten sich die Märkte jeweils meist relativ kurzfristig. Aber natürlich beobachten wir die aktuelle Lage sehr genau und werden im Falle einer weiteren Eskalation eine Neubeurteilung vornehmen.

Point Capital Group
4. März 2026

Unsere Experten: Jules Kappeler (CEO) & Christian Sutter (Portfolio Manager)