Kurz zusammengefasst:
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Jüngste Wirtschaftsdaten (noch) positiv
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Marktreaktionen auf Iran-Konflikt halten sich bisher in Grenzen
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Märkte warten auf Entscheidung im Iran-Konflikt
7. April 2026
Was die letzten Wochen im Fokus stand
Im März standen die Finanzmärkte klar im Zeichen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie der damit verbundenen veränderten Erwartungen an die Zinsentwicklung im Zuge von Inflationssorgen.
Stärker als erwartete Inflationsdaten in den USA und ein robuster Arbeitsmarkt führten dazu, dass der Markt seine zuvor sehr optimistischen Zinssenkungserwartungen zurücknahm – mit entsprechendem Druck auf Wachstums- und KI- (Künstliche Intelligenz) Titel auf der Aktienseite. Gleichzeitig verlief die Berichtssaison weiterhin solide: Viele Unternehmen überraschten positiv bei den Gewinnschätzungen, bestätigten jedoch zugleich, dass Margendruck durch steigende Löhne, höhere Finanzierungskosten und anziehende Einkaufspreise ein Thema bleibt.
« Geopolitik und Inflation beendeten im März die Zinssenkungsfantasie »
In Europa stand im März die Frage im Zentrum, ob die Kombination aus moderater Inflation, schwachem, aber stabilisierendem Wachstum und einer tendenziell lockerungsbereiten EZB (Europäische Zentralbank) positiv für die Märkte ist. Der Schweizer Aktienmarkt wurde seinem defensiven Charakter ausnahmsweise nicht gerecht, geriet quasi in «Sippenhaft» und gab die anfänglichen Jahresgewinne wieder ab.
Unsere Anlagelösungen und Positionierung
Unsere Multi-Asset Lösungen kamen in den vergangenen Wochen unter Druck, wobei vom Rückgang mehrheitlich die Aktienpositionen betroffen waren. Diversifizierende Elemente wie Anleihen oder unkorrelierte Anlagen haben ihre Funktion als stabilisierende Faktoren klar bestätigt. Zeiten wie diese zeigen, dass ein Mix aus verschiedenen Anlageklassen ein Portfolio in turbulenten Phasen robuster machen kann.
In unserem Cross-Asset Fund Navigator hat insbesondere das Übergewicht im Energiesektor einen wesentlichen Beitrag zur Performance geleistet. So freuen wir uns, das erste Quartal trotz erhöhter Volatilität mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen zu haben. Wir gehen davon aus, dass die Volatilität auch im zweiten Quartal anhalten wird, und bleiben hinsichtlich der sich daraus ergebenden Risiken und Chancen wachsam. Das vergangene Quartal hat die Bedeutung eines aktiven Managements sowie die Fähigkeit, auch in turbulenten Marktphasen erfolgreich zu navigieren, erneut unter Beweis gestellt.
Auch unsere Aktienstrategie Global Equity Trends konnte das erste Quartal mit einem positiven Ergebnis abschliessen. Dies ist zum einen auf die defensiven Elemente wie dividendenstarke Aktien oder Versorgungsunternehmen zurückzuführen, zum anderen darauf, dass Energieaktien bereits seit Anfang Februar einen prominenten Platz im Portfolio einnehmen. Zum Monatswechsel haben wir zudem mit Aktien aus der Immobilienbranche ein weiteres defensives Element hinzugefügt.
Der Schweizer Aktienmarkt geriet im März stark unter Druck, wovon sich auch unsere Aktienstrategie Swiss Equity Selection nicht entziehen konnte. Dabei gehörten die Indexschwergewichte wie Roche und Novartis zu den klaren Verlierern. Auf der anderen Seite hielten sich kleinere Unternehmen wie Galderma und Accelleron Industries sehr gut. Beide konnten mit der Präsentation ihrer Unternehmensergebnisse die Anleger überzeugen.
Auch unsere internationale Aktienstrategie Global Equity Selection konnte sich dem allgemeinen Abwärtsdruck nicht entziehen. Dennoch gab es Unternehmen wie Amazon, E.ON oder Booking Holdings, die die Turbulenzen im März gut überstanden haben. Erfreulich entwickelte sich auch die Währungsseite: Mit einer Aufwertung von rund 4 % beziehungsweise rund 1.5 % leisteten sowohl der US-Dollar als auch der Euro einen positiven Beitrag.
Wie weiter? Und was gilt es zu beachten?
Im Zentrum steht weiterhin klar die Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten. Jede Äusserung von Trump hat das Potenzial, die Märkte stark zu bewegen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Trump ein Interesse an einer Deeskalation hat – was jedoch nicht ausschliesst, dass sich die Situation kurzfristig weiter verschärfen kann. Vor diesem Hintergrund gilt es, eine ruhige Hand zu bewahren und sich auf die langfristigen Anlageziele zu fokussieren.
Ein Fokus auf Qualitätsanlagen sowie ein gewisses Mindestmass an Diversifikation – aktienseitig beispielsweise unter Berücksichtigung einer regionalen Balance zwischen den USA, Europa und der Schweiz sowie der Streuung über verschiedene Sektoren – erscheint sinnvoll.
« Ein volatiles Umfeld erfordert Disziplin – wer investiert bleibt, wird belohnt »
Vorsicht ist geboten bei Market-Timing-Ansätzen. Sollte sich beispielsweise kurzfristig eine Deeskalation des Iran-Konflikts ergeben, könnten sich die Märkte – wie etwa während der Covid-Erholung 2020 oder nach dem «Zoll-Hammer» im letzten Jahr – sprunghaft erholen. Nach vergleichbaren geopolitischen Krisen in der Vergangenheit haben sich die Märkte erfahrungsgemäss meist relativ rasch erholt.
Derweil bleiben die drei wichtigsten Treiber für die Entwicklung der US-Wirtschaft im Jahr 2026 intakt: Investitionen in KI, Investitionen in lokale Industrien sowie fiskalpolitische und infrastrukturelle Stimuli durch das Programm «One Big Beautiful Bill». Wir beobachten die aktuelle Lage sehr genau und werden im Falle einer weiteren beziehungsweise länger anhaltenden Eskalation im Nahen Osten selbstverständlich eine Neubeurteilung vornehmen.
Point Capital Group
7. April 2026
Unsere Experten: Jules Kappeler (CEO) & Christian Sutter (Portfolio Manager)