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Börsenausblick 08/2026: Warum gute Zahlen nicht genügten

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Kurz zusammengefasst:


  • Aussergewöhnlich starke Unternehmensergebnisse

  • Hin und Her rund um Hormuz hält die Märkte in Atem

  • Zinserhöhungsdebatte beim Fed bleibt Risiko

6. August 2026

Was die letzten Wochen im Fokus stand

Die meisten Aktienmärkte beendeten den Juli praktisch unverändert. Der technologielastige Nasdaq gab allerdings nach. Das war umso erstaunlicher, als gleichzeitig eine der besten Berichtssaisons seit Jahren über die Bühne ging. Der Grund für die Zurückhaltung: Der neue Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, und die weiteren Mitglieder liessen den Leitzins unverändert, doch gleich drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung. So etwas hat es seit Längerem nicht mehr gegeben. Plötzlich sprach der Markt nicht mehr über Zinssenkungen, sondern über das Gegenteil. Höhere Zinsen wirken sich tendenziell belastend auf die Aktienmärkte aus, wobei vor allem wachstumsorientierte Unternehmen betroffen sind, wie sie typischerweise im Technologiesektor vorkommen.

Die Unternehmensergebnisse zeichnen insgesamt ein sehr erfreuliches Bild. Besonders in den USA konnten viele Unternehmen Rekordergebnisse präsentieren. Allerdings hielten sich die Kursreaktionen vieler Titel trotz positiver Unternehmensergebnisse in Grenzen.

Unsere Anlagelösungen und Positionierung

Unsere Multi-Asset Lösungen setzten ihren stabilen Aufwärtstrend im abgelaufenen Monat fort, massgeblich getragen von defensiven Substanzwerten sowie Schweizer Staatsanleihen. Zur Risikoreduktion und nachhaltigen Portfoliostabilisierung haben wir die Gesamtaktienquote auf eine neutrale Gewichtung gesenkt und das freiwerdende Kapital gezielt in Schweizer Staatsanleihen reinvestiert. Innerhalb der verbleibenden Aktienallokation schichteten wir zugunsten europäischer Versorgungsunternehmen sowie globaler High-Dividend-Titel um. Diese Anpassung stärkt die Widerstandsfähigkeit des Portfolios gegenüber Marktschwankungen weiter, ohne auf sich bietende Chancen verzichten zu müssen.

Der Juli verlief in zwei sehr unterschiedlichen Phasen, die massgeblich vom Konflikt um Hormus und dem Ölpreis geprägt waren. Unser Cross-Asset Fund Navigator hatte das Engagement in Energietiteln bereits im April zugunsten der zuvor schwächeren Sektoren Gesundheit und Basiskonsumgüter reduziert und von dieser Umschichtung profitiert. Im Juni nutzten wir die Gelegenheit, einen Teil der zuvor verkauften Energiepositionen zurückzukaufen, was sich in der zweiten Julihälfte positiv auswirkte. Entscheidend war insgesamt, die Positionierung der Strategie nicht zu extrem auszurichten und dennoch die sich bietenden Chancen zu nutzen. Auch der Navigator Fund schnitt im Juli bemerkenswert positiv ab.

Nach einer bisher sehr erfreulichen Jahresentwicklung legte unsere Aktienstrategie Global Equity Trends im vergangenen Monat eine Verschnaufpause ein, wobei Werte aus den Sektoren Industrie, Rohstoffe und Technologie weiterhin zu den verlässlichsten Treibern gehörten. Um das Portfolio im aktuellen Marktumfeld noch widerstandsfähiger aufzustellen, haben wir uns von reinen Growth-Titeln getrennt und im Gegenzug Positionen im globalen Energiesektor aufgebaut. Dieser Schritt trägt der attraktiven Bewertung sowie den starken Cashflows von Energieunternehmen Rechnung und adressiert gezielt die jüngste Branchenrotation. Die Strategie bleibt damit gut positioniert, um weiterhin von ausgeprägten Trends zu profitieren.

Die Aktienstrategie Swiss Equity Selection verzeichnete einen weiterhin erfreulichen Monatsverlauf und knüpfte nahtlos an ihre solide Jahresentwicklung an, primär getragen von der Erholung im heimischen Gesundheits- und Finanzsektor. Wir haben das Marktumfeld genutzt, um bestehende Positionen bei den Schwergewichten Roche, Novartis und Zurich Insurance gezielt aufzustocken, ohne die grundlegende Titelstruktur zu verändern. Während Roche mit einem operativen Gewinnwachstum im ersten Halbjahr überzeugte, unterstreicht die fundamentale Stärke von Zurich Insurance das langfristige Potenzial im Portfolio.

Mit einer überzeugenden Wertentwicklung schwang sich die Aktienstrategie Global Equity Selection im Juli zum Spitzenreiter auf, vor allem angetrieben von starken Impulsen europäischer Finanz- und Industriewerte sowie ausgewählter US-Technologieführer. Unternehmensseitig überzeugte unter anderem Alphabet mit robusten Zahlen und Fortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz, während Novartis mit erfreulichen Studiendaten Akzente setzte. Da die bestehende Selektion die Marktchancen optimal nutzt und das Chancen-Risiko-Profil gut austariert ist, waren im vergangenen Monat keine Transaktionen erforderlich. Wir halten daher an unserer Qualitätsstrategie fest, die sich auch im bisherigen Jahresverlauf als sehr erfolgreich erwiesen hat.

Wie weiter? Und was gilt es zu beachten?

Die sich abzeichnende Verbreiterung des Gewinnwachstums der Unternehmen und mögliche diplomatische Fortschritte rund um die Strasse von Hormus bilden grundsätzlich ein weiterhin positives Umfeld für Aktien. Allerdings bleibt das erratische Agieren der Trump-Regierung ein Risikofaktor. Gleichzeitig muss die Regierung im Hinblick auf die anstehenden Zwischenwahlen in den USA auch glaubhafte Fortschritte aufzeigen können, was eher für eine Deeskalation spricht.

« Erfolg an den Finanzmärkten basiert nicht auf Vorhersagen, sondern auf konsequentem Risikomanagement. »

Im Auge zu behalten ist zudem die Liquidität an den Märkten, die zusammen mit der Gewinnentwicklung der Unternehmen den wichtigsten Faktor für steigende Aktienkurse darstellt. Nach unseren Modellen entwickelt sich die weltweite Liquidität aktuell seitwärts, was als neutral einzustufen ist.

Vor diesem Hintergrund werden wir an unserer Ausrichtung grundsätzlich festhalten, die aktuellen Entwicklungen jedoch weiterhin eng verfolgen, um bei Bedarf taktische Massnahmen ergreifen zu können.

Point Capital Group
6. August 2026

Unsere Experten: Jules Kappeler (CEO) & Christian Sutter (Portfolio Manager)