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Gold ist altmodisch, aber funktioniert!

Liebe Leserin, lieber Leser

Nach dem exzellenten 2021 präsentieren sich die Märkte im neuen Jahr nicht mehr ganz so freundlich. Krieg, Rohstoffpreise, die durch die Decke gehen sowie die US-Notenbank, die die Leitzinsen immer aggressiver anheben möchte, sorgen für Verunsicherung.

Seit Jahresanfang haben sich die meisten Aktienindizes entsprechend volatil gezeigt. In solchen Phasen haben in der Vergangenheit jeweils die Anleihen für Stabilität gesorgt. Tempi passati – Bonds erleben gerade ihren heftigsten Bärenmarkt seit Menschengedenken. Für den typischen Anleger wie Sie und mich sind das schlechte Nachrichten: Das klassische Portfolio bestehend aus 60 % Aktien und 40 % Bonds versagt gerade seinen Dienst.

Die gute Nachricht: mit Gold lässt sich Stabilität ins Portfolio zurückbringen. Gold? Ja, ich weiss, im Zeitalter von Kryptowährungen klingt das hoffnungslos altmodisch und verstaubt. Aber altmodisch und verstaubt funktioniert immer noch.

Man muss Gold nicht sexy finden, um anzuerkennen, dass es auch diesmal seinem Ruf als Fels in der Brandung gerecht wurde. Während Aktien und Anleihen 2022 im Minus notieren, gehört Gold zu den wenigen Vermögenswerten, die nach oben zeigen. Auch in früheren Marktturbulenzen hat das Edelmetall zuverlässig seinen Wert bewiesen.

Diesmal setzen die Rückkehr der Inflation und höhere Zinsen den Märkten zu. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Notenbanker das Wörtchen «temporär» klammheimlich aus ihrem Vokabular gestrichen haben? Denn die Teuerung ist etwa gleich vorübergehend wie die 1985 temporär eingeführte Schweizer Autobahnvignette. Anstatt zurückzugehen, hat sich die Inflation sogar noch verstärkt. 7,9 % in den USA, 5,9 % in der Eurozone – das sind Werte, wie man sie seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen hat. Zwar ist die Schweiz bislang etwas glimpflicher davongekommen. Aber auch in der Schweiz ist die Teuerung mit 2,2 % auf den höchsten Stand seit 2008 geklettert.

Reisst der Teuerungsdruck nicht bald ab, wird der Goldpreis weiter zulegen. Und wenn man sieht, wie die westlichen Regierungen den Rohstoffschock entschärfen wollen, ist kein baldiges Nachlassen der Teuerung absehbar. In den grossen EU-Ländern und in Kalifornien diskutiert man nämlich intensiv darüber, die Wähler mittels (Energie-) Subventionen und Steuersenkungen zu entlasten. Gleichzeitig sollen Rüstungsausgaben und Investitionen in grüne Energie hochgefahren werden. Mit anderen Worten: die Nachfrage wird mit noch mehr Geld befeuert!

Noch etwas spricht für mehr Edelmetalle im Depot: Die Entscheidung des Westens, der russischen Zentralbank den Zugang zu ihren Währungsreserven zu verweigern. Warum, fragen Sie? Was sind Reserven wert, wenn man im Notfall nicht auf sie zugreifen kann? Wetten, dass die Notenbanken von China bis Saudi-Arabien künftig ihre Reserven aus europäischen und amerikanischen Staatsanleihen in Gold umschichten werden?

In diesem Sinne: Stabilisieren Sie Ihr Portfolio!

Ihr Mark Stock©

Mark Stock ist ein Mitglied der Point Capital-Redaktion. «Ich bin begeisterter Börsianer und befasse mich leidenschaftlich gerne mit Wirtschaftsgeschichte. Seit Jahren verfolge ich das Auf und Ab an den Märkten und investiere natürlich auch selber – bevorzugt in Aktien. Mein Name ist also Programm. Jeden Monat greife ich an dieser Stelle ein aus meiner Sicht spannendes Thema auf. Und da der Inhalt und nicht meine Person im Zentrum stehen soll, schreibe ich unter einem Pseudonym.»